Romano Guardini

Romano Guardini zählt zu den bedeutendsten katholischen Religionsphilosophen und Theologen des 20. Jahrhunderts. Er gilt als wegweisender Inspirator der liturgischen Bewegung, war eine der führenden Persönlichkeiten in der katholischen Jugendbewegung und trat als akademischer Lehrer mit außergewöhnlich hohem Zuspruch hervor.

Mit seinem Schaffen gelang Guardini der Brückenschlag zwischen moderner Lebenswelt und religiöser Symbolik, zwischen Glauben und wissenschaftlicher Weltanschauung, zwischen Kunst und denkerischer Wirklichkeitsauffassung.

Kurzbiographie

Romano Guardini, am 17. Februar 1885 in Verona geboren, ist in Deutschland aufgewachsen. Er studierte an verschiedenen Universitäten zunächst Natur- und Staatswissenschaften, bevor er sich der Philosophie und der Theologie zuwandte.

1922 habilitierte sich Guardini und wurde ein Jahr später auf den neu gegründeten Lehrstuhl »Christliche Weltanschauung« an die Berliner Universität berufen. Sein Leitmotiv für dieses bis dahin nicht definierte Fach war der »Blick aufs Ganze«.

Nachdem ihm die Nationalsozialisten Lehrverbot erteilt hatten, konnte er erst 1945 in Tübingen seine Vorlesungen wieder aufnehmen. 1948 wurde er auf den eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl in München berufen.

1952 erhielt Guardini (nach Albert Schweitzer und vor Martin Buber) den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 1958 wurde er in den Orden »Pour le Mérite« aufgenommen, 1962 erhielt er den Erasmuspreis in Brüssel. Drei Jahre vor seinem Tod bot ihm Papst Paul VI. den Kardinalshut an, den er allerdings ablehnte. Romano Guardini starb am 1. Oktober 1968. 

 

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