8 Tore --- 8 Chiffren zu Urbanität und Religion

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Madaba_map.jpg

Teilprojekt

STADT UND RELIGION

Bereits in weniger als einer Generation werden 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung in Städten leben. Die Vielfalt von Menschen und Gruppen mit verschiedenen sozialen, religiösen und kulturellen Hintergründen stellt neue Anforderungen an die urbanen Gemeinschaften und an die Gestaltung städtischer Räume und Architekturen. Lange Zeit galt die These Moderne Stadt = Säkularismus im Westen als unumstößlich. Weltweit gilt aber zu konstatieren, dass die Gleichsetzung von Stadt, Modernität und Säkularismus fraglich geworden ist bzw. stärker differenzierenden Perspektiven weicht.

Auch in Europa lassen sich deutliche Mentalitätsveränderungen feststellen in einem Umfeld, das heute gern als „post-säkular“ beschrieben wird. Religiöse Institutionen und Gemeinschaften wirken in vielfältiger Weise auf das urbane Leben und den städtischen Raum: Sie engagieren sich für das soziale Miteinander, Kirchenbauten erfahren Umwidmungen, Fabriketagen werden Gebetsräume, religiöse Neubauten entstehen, mit ihnen Gemeindezentren, Vorplätze und öffentliche Aktionsräume. Das Spannungsfeld von Religion und Stadt ist vielschichtiger und widersprüchlicher, als es noch vor wenigen Jahren schien.

Das Projekt STADT UND RELIGION zielt darauf ab, einen Querschnitt der Vielgestaltigkeit des religiösen Lebens in den Städten aufzuzeigen. Es untersucht, wie religiöse Gemeinschaften sich in großstädtischen Lebenswelten situieren, worin ihr spezieller Beitrag zum Zusammenleben in den Städten bestehen kann und wie religiöse Traditionen und Glaubenspraktiken integrative Kraft für die Stadt von heute/morgen zu entfalten vermögen.

STADT UND RELIGION ist ein Projekt im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Als Teil des neuen Schwerpunktes 8 Tore – 8 Chiffren zum Dialog von Urbanität und Religion beinhaltet es, beginnend mit einer Expertenrunde im Dezember 2017, drei internationale Fachtagungen, 18 öffentliche Exkursionen in Berlin, Workshops, drei Ausstellungen und eine abschließende Publikation.

Der Workshop Post-Säkular? Wegzeichen zu Urbanität und Religion (1. / 2. Dezember 2017) bildet den Auftakt des Projekts und leitet in die verschiedenen Veranstaltungsformate der Folgejahre ein. Das detaillierte Programm des Workshops findet sich auf der aktuellen Veranstaltungsseite.

Während die Fachtagungen – zwei Jahreskonferenzen (2018 und 2019) sowie eine Abschlusstagung (2020) – in enger Kooperation mit Wissenschaft und Forschung neue Fragestellungen und Untersuchungsfelder generieren sollen, sucht die Exkursionsreihe Ortsbekenntnis : Bekenntnisorte die unmittelbare Auseinandersetzung mit Fragen von Glaubenspraxis und Stadtentwicklung. Der Besuch verschiedener religiöser Gemeinschaften und ihrer Glaubensorte soll anschaulich einen Eindruck ihrer Verortung im Gefüge der Großstadt vermitteln. Auf diese Weise wird auch ein anderer Blick auf die Stadt Berlin evoziert, der neue Interaktionen und eine Sensibilisierung für die stadtplanerische Relevanz von Glaubensorten ermöglicht.

Mit Blick auf eine zeitgemäße Profilierung der Ausbildung all derjenigen, die aufgrund ihrer zukünftigen Berufe in besonderer Weise mit den Herausforderungen der Stadt als einer (auch religiös) komplexen Lebenswelt befasst sind, setzt sich die Guardini Stiftung auch für die Erarbeitung neuer studienbegleitender bzw. außeruniversitärer Fortbildungsprogramme ein. In diesem Rahmen sind Workshops mit dem Studiengang Religionspädagogik/Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) und dem Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU Cottbus) vorgesehen.

Nicht zuletzt wird sich eine jährliche Ausstellung dem Thema Stadt und Religion widmen. Es soll damit dem vielfältigen Sinngehalt und den unterschiedlichen Wahrnehmungsformen des Lebens in Städten Ausdruck verleihen und zugleich aufgezeigt werden, in welcher Weise Veränderungen im Stadtbild – etwa veränderte Verkehrsströme, Bauvorhaben oder neue Nutzungskonzepte und damit verbundene Transformationsprozesse in der örtlichen Bevölkerungsstruktur – ihrerseits zurückwirken auf die Ausdrucksformen und Arbeitsmethoden der aus verschiedenen Glaubenshorizonten heraus denkenden Künstlerinnen und Künstler.

 

  

Ein Projekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik. Gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. 

 

  drucken Seitenanfang