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Gretchen im Gericht (Faust, 1. Teil). Ein Pladoyer gegen Guardini

MZwar erkennt Romano Guardini, der sich bewusst für den deutschen Sprach- und Kulturraum entschieden hat, die überragende Bedeutung Goethes an, aber anders als katholische Denker wie Josef Pieper oder Hans Urs von Balthasar ist er von dem „Dichterfürsten“ keineswegs restlos überzeugt. Im Gegenteil!
Goethes Faust beispielsweise gelange, so Guardini, gar nicht erst in die Sphäre, in der es um echtes Existieren geht; er bleibe vielmehr „im Magischen“ stecken und komme aus einer gewissen Zweideutigkeit nicht hinaus. „Der ganze Faust“, notiert er im Januar 1964 in seinem Tagebuch, „ist die Preisgabe der ethisch-personalen Existenz an die mytisch-magischen Mächte“.

Der Literaturwissenschaftler und Leibnizpreisträger Heinrich Detering ist dem Verhältnis Guardini-Goethe für seine Guardini Lecture nachgegangen. Der renommierte Forscher bietet eine umfassende Würdigung der Problematik und setzt sich kritisch mit Guardinis Misstrauen gegenüber Goethe auseinander.

28. Januar 2026
18:00 Uhr

Theologische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin HS08