Abschlusstagung | 13. April 2021 | 18:15 bis 19:45 Uhr

8 Tore – 8 Chiffren zu Urbanität und Religion

Projekt "Stadt und Religion"

Die Tagung wird live per Zoom übertragen. Alle Panels werden im Nachgang der Liveübertragung als Podcasts zur Verfügung gestellt.

Urbanität und Religiosität stehen in einem engen Spannungs- und Wechselverhältnis. Gegen die Hypothese von einer stetig um sich greifenden Säkularisierung sind es heute gerade Städte, die neue Formen der Religiosität hervorbringen. Allerdings stellen die diversen Formen urbanen Lebens für alle Religionsgemeinschaften eine große Herausforderung dar. Welche Rolle wird Religion in den Städten der Zukunft noch oder wieder spielen? Was wird durch die religiöse Fundierung für das Zusammenleben in den Städten gewonnen? Wo verlaufen Konfliktlinien zur säkularisierten Gesellschaft oder zwischen den Religionen? Diesen Fragen widmet sich das Projekt „Stadt und Religion“ der Berliner Guardini Stiftung.

Die Abschlusskonferenz des Projekts orientiert sich an einem steinernen Leitfaden: In thematischen Debatten umrundet sie die Heilige Stadt Jerusalem, deren 8 Stadttore jeweils paradigmatisch für einen zentralen Aspekt im Spannungsverhältnis von Stadt und Religion stehen.

PANEL V - DAS TOR DER STÄMME: RELIGION UND ETHNISCHE DIFFERENZ
Mit: Christian Lehnert (Liturgiewissenschaftliches Institut der VELKD) und Ludger Hagedorn (IWM Wien)
Die Stämme Israels entstammten unterschiedlichen Siedlungsgebieten und waren ethnisch verschieden. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelten sie erst durch und im gemeinsamen Glauben. In einem ganz ähnlichen Sinne formuliert Paulus im Korintherbrief sein revolutionäres Ideal vom Christentum als Glaube, der alle einschließt. Religion ist vielleicht eine der stärksten Kräfte für die nicht-diskriminierende Integration heterogener Gruppen. Das Tor der Stämme, durch das die verschiedenen Ethnien in die Stadt Jerusalem eintreten, steht für das Nebeneinander der tribes und clans in den Metropolen der Gegenwart. Haben Religionen immer noch das Potential, die friedfertige Koexistenz und Gemeinsamkeit der Verschiedenen zu beschleunigen?

PANEL VI - DAS TOR DES ERBARMENS: STADT ALS SOZIALE HERAUSFORDERUNG
Mit: Ulrike Kostka (Caritasverband Erzibstum Berlin) und Barbara John (Der Paritätische) 
Das Goldene Tor liegt im östlichen Teil der Jerusalemer Stadtmauer und führt direkt auf den Tempelberg. Nach jüdischer Überlieferung stieg die göttliche Gegenwart durch dieses Tor, aus östlicher Richtung, auf den Tempelberg empor. Es heißt deshalb auch "Tor des Erbarmens". Ebenso soll am Ende aller Tage der jüdische Messias von hier aus die Stadt betreten. Entsprechend ist es auch für das Christentum der Ort, an dem Christus als Messias in die Stadt Jerusalem einzog. In der Kreuzfahrerzeit wurde deshalb das Tor eigens für die Prozession am Palmsonntag geöffnet.
Das Tor des Erbarmens steht für das Erbarmen Gottes mit den Menschen. Aber was in der Stadt besonders verlangt wird, ist ein sozial erträgliches Zusammenleben aller. Gefragt ist vor allem das Erbarmen der Menschen miteinander. Städte, Metropolen zumal, sind sozialer Sprengstoff. Karitative Aufgaben sind Bestandteil fast jeder Religion. Wie gestalten sich diese in einem urbanen Milieu, das von starken Widersprüchen geprägt ist?

Anmeldung unter info@guardini.de erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Zoom-Zugangsdaten werden Ihnen mit der Anmeldebestätigung zugeschickt.

Programmflyer zum Download

Pressemitteilung zur Abschlusstagung zum Download

Abb.: Detail aus: Rehav Rubein, Image and Reality. Jerusalem in Maps and Views, Jerusalem 1999, S. 28, Tafel 8 | Grafikdesign Anja Matzker


Ein Projekt der Nationalen
Stadtentwicklung des
Bundes. Gefördert durch das
Bundesministerium des
Innern, für Bau und Heimat

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren