Abschlusstagung | 8. April 2021 | 18:15 bis 19:45 Uhr

8 Tore – 8 Chiffren zu Urbanität und Religion

Projekt "Stadt und Religion"

Die Tagung wird live per Zoom übertragen. Alle Panels werden im Nachgang der Liveübertragung als Podcasts zur Verfügung gestellt.

Urbanität und Religiosität stehen in einem engen Spannungs- und Wechselverhältnis. Gegen die Hypothese von einer stetig um sich greifenden Säkularisierung sind es heute gerade Städte, die neue Formen der Religiosität hervorbringen. Allerdings stellen die diversen Formen urbanen Lebens für alle Religionsgemeinschaften eine große Herausforderung dar. Welche Rolle wird Religion in den Städten der Zukunft noch oder wieder spielen? Was wird durch die religiöse Fundierung für das Zusammenleben in den Städten gewonnen? Wo verlaufen Konfliktlinien zur säkularisierten Gesellschaft oder zwischen den Religionen? Diesen Fragen widmet sich das Projekt „Stadt und Religion“ der Berliner Guardini Stiftung.

Die Abschlusskonferenz des Projekts orientiert sich an einem steinernen Leitfaden: In thematischen Debatten umrundet sie die Heilige Stadt Jerusalem, deren 8 Stadttore jeweils paradigmatisch für einen zentralen Aspekt im Spannungsverhältnis von Stadt und Religion stehen.

PANEL III - DAS DAMASKUSTOR: WIE HEILIG IST DEN RELIGIONEN DAS ANDERE HEILIGE?
Mit: Andreas Nachma (Sukkat Schalom e. V.) und Felix Körner (Päpstliche Universität Gregoriana)
Das Damaskustor ist das größte und schönste Tor der Altstadt. Es gilt als einer der lebendigsten Orte Jerusalems und führt sowohl in das christliche als auch in das muslimische Viertel. An vielleicht keinem anderen Ort treffen die verschiedenen Gruppen und Religionen in dieser Form aufeinander: orthodoxe Juden, Palästinenser und die Vertreter der verschiedenen christlichen Kirchen. Im übertragenen Sinne ist das Tor Inbegriff für das Gelingen und das gewalttätige Scheitern des Miteinanders der drei abrahamitischen Religionen in einer Stadt, die ihnen allen heilig ist. Wie heilig aber kann eine Stadt sein, die geteilt wird, ohne sie miteinander teilen zu wollen? In der Begegnung verlangt das andere Heilige nach Anerkennung. Doch wie gestaltet sich religiöse Toleranz, die mehr als Indifferenz, vielleicht Heiligung des Anderen ist?

PANEL IV - DAS HERODESTOR: WIE VIEL RELIGION ERTRÄGT DAS SÄKULARE ZEITALTER?
Mit: Petra Bahr (Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers) und Volker Resing (Herder Korrespondenz)
Das Herodestor wird auch als Tor der Wächterin oder Blumentor bezeichnet. Christliche Pilger des Mittelalters vermuteten in der Nähe des Tores das Haus des Herodes. Die Bibel berichtet, dass der verhaftete Jesus von Pontius Pilatus zu Herodes Antipas geschickt wurde, weil er diesen für zuständig hielt. Herodes freute sich, weil er von Jesus ein Wunder erwartete. Als Jesus ihm nicht antwortete, begann er, Spott mit ihm zu treiben und schickte ihn zurück zu Pilatus. Als Herrscher befand sich Herodes in einem Dauerkonflikt mit den gläubigen Juden.
Herodes und Pilatus sind Vertreter einer weltlichen Obrigkeit, die Religion mit Unverständnis begegnet. Es ist ein Konflikt, dessen Tiefendimension sich vielleicht erst in unserem "säkularen Zeitalter" entfaltet. Der Religion wird allenfalls noch eine Nischenexistenz eingeräumt, wenn sie nicht überhaupt gleich mit Betrug oder Terrorismus identifiziert wird. Doch wie säkular ist das "säkulare Zeitalter"? Und wie wäre eine Welt ganz ohne Religion, die der keineswegs religiöse Philosoph Jean-Luc Nancy als "wasteland of sense and truth" charakterisiert hat?

Anmeldung unter info@guardini.de erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Zoom-Zugangsdaten werden Ihnen mit der Anmeldebestätigung zugeschickt.

Programmflyer zum Download

Pressemitteilung zur Abschlusstagung zum Download

Abb.: Detail aus: Rehav Rubein, Image and Reality. Jerusalem in Maps and Views, Jerusalem 1999, S. 28, Tafel 8 | Grafikdesign Anja Matzker


Ein Projekt der Nationalen
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Bundesministerium des
Innern, für Bau und Heimat

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