Stadt und Religion | 2017 bis 2021

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Projektbeschreibung

2018 bis 2021 realisiert die Guardini Stiftung das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) geförderte Projekt "Stadt und Religion". Die moderne Großstadt ist längst kein Bollwerk der Säkularisierung mehr, sondern vielmehr ein Ort der Koexistenz verschiedenster Religionsgemeinschaften, die sich aktiv an der Gestaltung des Zusammenlebens beteiligen.

Teilprojekt des Projektes "8 Tore - 8 Chiffren"

Stadttore sind Orte der Begegnung und der Auseinandersetzung. Sie markieren die Stelle, an der die Stadt zur Stadt wird – Orte, von denen aus man in alle Richtungen auseinandergeht und aus allen Richtungen auf die Stadt zugeht – Orte auch, wo auf faszinierende, ebenso wie auf bedrückende Weise die verschiedenen Religionen miteinander in Kontakt kommen.

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Fachtagungen

Die Tagungen sind (mit Ausnahme der digitalen Abschlusstagung) folgendermaßen strukturiert:

1.Tag: Abendveranstaltung mit einem bzw. zwei repräsentativen Abendvorträgen mit daran anschließendem Podiumsgespräch.
2. Tag: Akzentuierung der diskursiven Elemente, Vorträge mit Workshop-Charakter, d. h. Impulsreferate und kritische Gegenreferate (Response) mit der Möglichkeit zur intensiven Diskussion der vorgestellten Ansätze. Eine Abendveranstaltung mit musikalischen und literarischen Beiträgen schließt den Hauptteil der Tagung ab.
3. Tag: Exkursionen, Vorstellung aktueller Projekte im städtischen Raum - für die Auftaktveranstaltung eignet sich insbesondere eine Veranschaulichung der Themen in der ständigen Ausstellung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Exkursionen zu aktuellen städtebaulichen Projekten.

Auftaktkolloquium | 1. bis 2. Dezember 2017
Post-säkular? Wegzeichen zu Urbanität und Religion

Jahreskonferenz I | 29. November bis 1. Dezember 2018
Kirche, Kippa, Kiez und Koran: Wie verortet sich Religion in der Stadt?

Jahreskonferenz II | 21. bis 23. November 2019
Heilige Orte, verfluchte Orte. Stadt als Verheißung und Verdammnis

Abschlusstagung (digital) | 6., 8., 13. und 15. April 2021
8 Tore – 8 Chiffren zu Urbanität und Religion

Öffentliche Exkursionen

Etwa 250 Religionsgemeinschaften sind Teil des Berliner Stadtgefüges. Sie beteiligen sich aktiv an der Gestaltung des Zusammenlebens - nicht nur in religiöser, sondern auch in sozialer, politischer und stadtplanerischer Hinsicht. Die Exkursionsreihe "Ortsbekenntnis - Bekenntnisorte" erkundet, welchen Beitrag religiöse Gemeinschaften zum Miteinander im städtischen Raum leisten. Wie stellen sie sich den Herausforderungen urbanen Zusammenlebensß Wie entwickeln sich religiöse Identitäten gerade im Umfeld der Städte? Und welche Potentiale zur Weiterentwicklung der Stadtquartiere bieten sich? Die Gleichsetzung von Stadt, Moderne und Säkularismus ist fraglich geworden. Die Reihe sucht aus verschiedenen Perspektiven eine Annährung an "post-säkulare" Lebenswelten und entwirft einen Querschnitt religiöser Urbanität in der Metropole Berlin.

Während der Projektlaufzeit werden jährlich sechs (insgesamt 18) Orte religiösen Lebens in Berlin besucht. Es wird angestrebt, die von der Guardini Stiftung organisierten Führungen in enger Zusammenarbeit mit der Franziskanischen Initiative 1219. Religions- und Kulturdialog e. V. sowie mit den jeweiligen Glaubensgruppen durchzuführen. Weitere Kooperationspartner werden das Berliner Forum der Religionen, (Arbeitsgruppe Orte der Stille bzw. Interreligiöser Stadtplan), das Kulturbüro des Rates der EKD und der Treffpunkt Rlieigon und Gesellschaft e. V. sein.

Ziel ist es, unmittelbare Begegnungen herbeizuführen, die einerseits den verschiedenen Gemeinschaften die Möglichkeit zur Selbstpräsentation bieten und damit zu einer besseren Vorortung im Gefüge der Großstadt beitragen. Andererseits soll mit der Reihe von Exkursionen zu - sonst eher unzugänglichen - Orten religiösen Lebens ein anderer Blick auf die Stadt Berlin evoziert werden, der neue Interaktionen oder Projekte mit stadtplanerischer Relevanz ermöglicht.

Es ist ein wichtiges Anliegen dieser Reihe, dass die Exkursionen öffentlich sind und auf diese Weise eher unbekannte oder abgeschlossene Glaubensorte der Stadt an Sichtbarkeit gewinnen. Auch werden die Exkursionen verschiedene Disziplinen und Ansätze etwa von Kunsthistorikern, Theologen, Stadtplanern, Architekten und Sozialarbeitern zusammenführen.

Exkursionsreihe 1/6 | Frühjahr 2018

5. Mai 2018 "Geist für die Metropole. Ein pastorales Bauprojekt der Gemeinschaft Chemin Neuf in Herz Jesu"
6. Juni 2018 "Drei Generationen - ein Gemeindezentrum. Synagogengemeinde Sukkat Schalom"
9. Juni 2018 "Neue Nachbarn in der Diaspora. Internationales Pastorales Zentrum"

Rückblick "Ortsbekenntnis - Bekenntnisorte" 1/6

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Exkursionsreihe 2/6 | Herbst 2018

22. September 2018 "Einvernehmen mit Gott, Natur und Gesellschaft. Alevitische Gemeinde zu Berlin"
6. Oktober 2018 "Kein Zwang im Glauben. Die liberale Ibn Rushd-Goethe Moschee"
20. Oktober 2018 "Eine Stadt im Licht des Evangeliums. Das Berlinprojekt: Kirche für die Stadt"

Rückblick "Ortsbekenntnis - Bekenntnisorte" 2/6

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Exkursionsreihe 3/6 | Frühjahr 2019

11. Mai 2019 "'Suchet der Stadt Bestes' (Jer 29,7). Die Berliner Stadtmission"
18. Mai 2019 "Ewige Anbetung am Potsdamer Platz. St. Clemens - Exerzitienzentrum der göttlichen Barmherzigkeit"
15. Juni 2019 "Die älteste Moschee Deutschlands - und eine besondere Mission. Wilmersdorfer Lahore-Ahmadiyya-Moschee"

Rückblick "Ortsbekenntnis - Bekenntnisorte" 3/6

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Exkursionsreihe 4/6 | Herbst 2019

26. Oktober 2019 "Wiederaufbau und Weiteraufbau. Die Synagoge am Fraenkelufer"
2. November 2019 "'Kleine Heimat'. Die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Christi Himmelfahrt zu Berlin"
23. November 2019 "Ein Ort für einen Gott? Das Projekt 'House of One'"

Rückblick "Ortsbekenntnis - Bekenntnisorte" 4/6

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Exkursionsreihe 5/6 | Herbst 2020

23. November 2020 "Nothilfe für Überlebenskünstler. Suppenküche der Franziskaner" (Podcast)
7. Dezember 2020 "Schloss und Kreuz. Preußischer Protestantismus in Berlin" (Podcast)
14. Dezember 2020 "Zum Wohl der Menschen und der Welt. Das buddhistische Zentrum Shinnyo-En Berlin" (Podcast)

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Exkursionsreihe 6/6 | Frühjahr 2021

7. Juni 2021 "Moscheenleben in Berlin" (Podcast)
12. Juni 2021 "Nicht nur Hedwig. Schlesischer Katholizismus und Protestantismus in Berlin"
14. Juni 2021 "Christsein an Universität und Hochschule. Die Katholische Studierendengemeinde Hl. Edith Stein Berlin" (Podcast)

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Ausstellungen

Eine jährliche Ausstellung mit einer Laufzeit von etwa acht Wochen in der Guardini Galerie wird sich ausn künsterlischer Perspektive dem Thema "Stadt und Religion" widmen. Es soll auf der einen Seite darum gehen, in den MEdien von Zeichnung, Malerei, Graphik und Fotografie dem vielfältigen Sinngehalt und den unterschiedlichen Wahrnehmungsformen des Lebens in Städten Ausdruck zu verleihen. Zugleich aber soll aufgezeigt werden, in welcher Weise Veränderungen im Stadtbild - etwa veränderte Verkehrsströme, Bauvorhaben oder neue Nutzungskonzepte und damit verbundene Transformationsprozesse in der örtlichen Bevölkerungsstruktur - ihrerseits zurückwirken auf die Ausdrucksformen und Arbeitsmethoden der aus verscheidenen Glaubenshorizonten heraus denkenden Künstlerinnen und Künstler.

Während der Laufzeit der Ausstellungen wird jeweils ein öffentliches Künstlergespräch stattfinden. Dabei soll insbesondere die Wirkung von WErken, die im öffentlichen Raum stehen und die auf Glaubensinhalte Bezug nehmen (z. B. Giordano Bruno Denkmal für die Religionsfreiheit am Potsdamer Platz), gemeinsam mit Vertretern verschiedener Glaubensgemeinschaften diskutiert und in ihrer Bedeutung für den öffentlichen Raum bestimmt werden. leitend kann dabei die Frage sein, wie sich eine Stadt präsentiert, welches "Image" sie sich erschafft oder wie sie von Touristen und Bewohnern der Stadt wahrgenommen wird.

Ausstellung 1/3 | Herbst 2018

transformare 
24. September bis 14. Dezember 2018

Rückblick Ausstellung transformare
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Ausstellung 2/3 | Herbst 2019

Heilige und verfluchte Orte
16. September bis 22. Novmeber 2019

Rückblick Ausstelllung Heilige und verfluchte Orte
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Ausstellung 3/3 | Frühjahr 2021

Berlin, Gott und die Welt. Eine Ausstellung in Kooperation mit der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin
12. April bis 29. Juni 2021

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Hochschulkooperationen

Mit dem Ziel einer zeitgemäßen Profilierung all derjenigen, die aufgrundihrer zukünftigen Berufe in besonderer Weise mit den Herausforderungen der Stadt als einer komplexer werdenden Lebenswelt befasst sind, setzt sich die Guardini Stiftung für die Erarbeitung neuer studienbegleitender bzw. außeruniversitärer Fortbildungsprogramme ein.

Zu diesem Zweck wurde eine Kooperationen mit dem Studiengang Religionspädagogik/Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen (KHSB; unter der Leitung von Prof. Dr. phil. Lic. theol. Christa Georg Zöller) und mit dem Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU Cottbus; unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Heinz Nagler) eingerichtet. Das Thema "Stadt und Religion" wurde in spezifischen Lehrveranstaltungen der beiden Institutionen im WS 2017/18 eingeführt und im Rahmen der jeweiligen Curricula aufgearbeitet. Im darauffolgenden Sommersemester (SS 2018) wurde in Verantwortung der Guardini Stiftung in Form eines Workshops und zweier Exkursionen nach Berlin und Cottbus ein fächerübergreifender Austausch der Studierenden beider Institutionen gefördert. 2019 fand (eingebunden in die Lehrveranstaltungen) eine gemeinsame Exkursion nach Dresden statt; Exkursionsziele waren u. a. die wiederaufgebaute Dresdener Frauenkirche und die Neue Synagoge. Für 2021 ist eine Exkursion nach Köln geplant. Die Resultate der Kooperation werden während der jährlichen Fachtagungen vorgestellt. Die Ergebnisse sollen auch als Studienleistungen anerkannt werden.

Ein Projekt der Nationalen Stadtenwicklungspolitik. Gefördert durch das  Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat