19. Februar 2020 | 19:00 Uhr

Kuratorenführung | LOST – in – NATURE | Uschi Niehaus Indenbirken

Führung mit der Kuratorin Frizzi Krella in Anwesenheit der Künstlerin mit Sektempfang
Guardini Galerie, Askanischer Platz 4, 10963 Berlin

Die Ausstellung "LOST – in – NATURE" ist Uschi Niehaus gewidmet, die im vergangenen Jahr den Ernst Barlach Preis der Barlach Gesellschaft Hamburg erhielt. Seit vier Jahrzehnten hat sie ein breites und facettenreiches malerisches und zeichnerisches Werk von größter Subtilität im Umgang mit Form und Farbe sowie Linie und Ausdruck erarbeitet. Gezeigt werden Gemälde, Zeichnungen, Foto?Übermalungen, Messerritzungen, Pigmentarbeiten und Papiers découpés. Sie gewähren einen einzigartigen Einblick in den ganzen poetisch-intellektuellen wie sinnlichen Reichtum ihres Werkes.

Ihre Bilder vereinen die Züge einer abstrakten, flächenfüllenden Malerei, die vielleicht ihre Verehrung für die Malerei Brice Mardens zum Ausdruck bringt, mit schriftzugartigen Zeichnungen, rhythmischen Kritzeleien, grafischen Kringeln, Kreisen, Schleifen, Kürzeln, Gedanken und Blüten. Daraus entwickelte sie ihr eigenes Zeichensystem und Formenvokabular, das im Laufe der Zeit immer klarer lesbar wird.

Folgt man dem Gedanken, den Brice Marden einmal formulierte, dass Abstraktion der Versuch sei, "von der Literatur wegzukommen und zur Dichtung zu gelangen", gelangt man unmittelbar zur Formensprache der Künstlerin. Für sie sind Worte "physisch gewordene Gedanken" – ganz ähnlich ihren Partituren und Zeichnungen. In ihnen geht es immer wieder um den Zauber, die Macht, aber auch die Ohnmacht des gesprochenen Wortes, des geraunten, des gesungenen oder des gedachten, verschwiegenen Wortes. Worte sind gleichsam Bilder und haben einen eigenen Klangraum, wie auch die Musik, und ganz besonders die von Johann Sebastian Bach – ihnen spürt die Künstlerin nach.

LOST – in – NATURE – versunken und vertieft in die Natur, aus ihr schöpfend, aus ihrem unendlichen Reichtum und gleichsam aus ihrer Flüchtigkeit. Im Werden und Vergehen entstehen Arbeiten, die sich in der Aneinanderreihung ihrer Titel selbst wie ein Gedicht lesen. Doch lassen diese Arbeiten, wie auch der Titel der Ausstellung, zugleich die Gefährdung dessen sichtbar werden, was wir Natur nennen. Sie werfen uns in aller Konsequenz auf unser eigenes Dasein und die Verantwortung zurück, die wir dafür übernehmen müssen.

Flyer zum Download

Teaser: Indenbirken I, 2018, Acryl, Tusche, Messer/Papier, 20 × 40 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Titelbild: Winterrreise, 2019, Acryl, Kohle/Nessel, 160 x 465 cm, 3-tlg, VG Bildkunst, Bonn 2019, Foto: Volker Fleer

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