6. Juli 2021 | 19:00 Uhr

VERNISSAGE | STRAWALDE - VIERZEHN NEUE BILDER

Jürgen Böttcher

Guardini Galerie, Askanischer Platz 4, 10963 Berlin

Am 8. Juli 2021 wird Jürgen Böttcher Strawalde 90 Jahre alt. Er gehört als Filmemacher, Maler und Zeichner zu den herausragenden und eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten der vergangenen sieben Jahrzehnte und ist bis heute unermüdlich tätig.

Die Guardini Galerie zeigt 14 neue Bilder, die in der Zeit der Pandemie entstanden sind.

Schon immer hat Strawalde seine Bilder aus der Farbe heraus entwickelt, hat unbekümmert um Inhalte oder gar Botschaften seine unmittelbar sinnliche Wahrnehmung der Welt in Formen und Farben umgesetzt. Diese Wahrnehmungen galten der Natur ebenso wie der Malerei mit den Fixpunkten Giorgione, Rembrandt und Picasso. Sie galten aber auch sozialen Erfahrungen und vor allem den eigenen Erinnerungen aus Kindheit und Jugend im Krieg und in der Nachkriegszeit.

Nach dem Studium der bildenden Kunst an der Hochschule in Dresden 1949–1953 und ersten Erfahrungen der Zurückweisung durch die DDR-Kulturbürokratie studierte Jürgen Böttcher 1955–1960 Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam und arbeitete bis 1991 im DEFA-Dokumentarfilmstudio in Berlin. Einige seiner Filme waren in der DDR verboten, für andere wurde er vielfach ausgezeichnet. Erst nach 1989 wurde so das filmische Werk als Ganzes kenntlich und auch international gefeiert.

Auch als Filmemacher Jürgen Böttcher hat der Künstler, der sich als Maler Strawalde nennt, das bildkünstlerische Arbeiten nie aufgegeben. Doch wirkten frühere Verdikte lange nach und er hatte in der DDR nur wenige kleine Ausstellungen. Umso intensiver trat dieser Teil seiner Künstlerschaft in der Zeit danach hervor. Eine bedeutende Ausstellung im Berliner Alten Museum 1989/90 machte ihn schnell einer breiten Öffentlichkeit über Deutschland hinaus bekannt. Neben den Film-Retrospektiven in Europa und den USA bestritt der Maler nun eine lange Reihe von Personal- und Gruppenausstellungen. Retrospektiven, die beide Werkstränge zusammenführten, fanden zuletzt 2012 im Lindenau-Museum Altenburg und 2018 in der Städtischen Galerie Dresden statt.

Die vierzehn Bilder dieser Ausstellung reflektieren einerseits die erzwungene Abgeschlossenheit der Seuchen-Situation, andererseits aber zeigen sie ein neues, man könnte sagen, wesenhaftes Verständnis der künstlerischen Freiheit. Diese jüngst entstandenen Malereien umspielen und erfassen die Dualität von Eingesperrtsein im Bildgeviert und dessen Überwindung in einer Art Euphorie der Farben. Nur um diese geht es noch: das Farbmaterial, das auf der Leinwand landschaftliche Reliefs ebenso erscheinen lässt, wie es emotionale Äquivalente zu Dunkelheit und Licht und Haut und Innenraum evoziert.

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