7. Dezember 2020 bis 26. März 2021

Ausstellung | Ich zeichne die Zeit, du malst den Moment | Ulrike Seyboth & Ingo Fröhlich

Guardini Galerie, Askanischer Platz 4, 10963 Berlin
Geöffnet Montag bis Samstag 13 bis 18 Uhr

Gemäß der aktuellen Coronaregelungen ist die Guardini Galerie seit dem 9. März 2021 wieder geöffnet. Ein Besuch der Ausstellung ist nach vorheriger Terminvereinbarung per E-Mail möglich.

Rundgang durch die Ausstellung mit Ulrike Seyboth und Ingo Fröhlich

Projekt #sogehtsuach: Interview mit der Kuratorin und Kunsthistorikerin Frizzi Krella

Pressemappe inkl. Flyer zum Downlaod

PRESSE

rbbKultur: Besprechung von Thomas Fitzel (06.01.2021)
chrismon - Blog: "Besuch einer Ausstellung" von Johann Hinrich Claussen (13.02.201)
Frankfurter Allgemein Zeitung: "Künstler in der Pandemie : Lasst uns weiter besessen sein!" von Paul Ingendaay (25.02.2021)
Der Tagesspiegel: "Suche nach dem Licht. Begegnung mit der Künstlerin Ulrike Seyboth" von Elke Linda Buchholz (25.02.2021)
Berliner Zeitung: "Berliner Künstlerpaar: 'Ich zeichne die Zeit, du malst den Moment'" von Ingeborg Ruthe (12.03.2021)

Teaser: Ulrike Seyboth, Sternbild II, 2020, VG Bild Kunst, Bonn 2020, Foto (c) Uwe Walter
Ausstellungsansichten: Ich zeichne die Zeit, du malst den Moment | Ulrike Seyboth (Malerei) & Ingo Fröhlich (Zeichnung) | (c) Uwe Walter


PROGRAMM

Vernissage | 4. und 5. Dezember 2020 | Jeweils 18 Uhr
Begrüßung: Mariola Lewandowska, Geschäftsführerin der Guardini Stiftung
Einführung: Frizzi Krella, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Guardini Stiftung
Oboe: Catherine Milliken
Die Einführung findet im Freien vor der Galerie statt. Die Besichtigung erfolgt in kleinen Gruppen und ist nach Kapazität der Ausstellungsräume geregelt.

Öffentliche Führung | 24. Februar 2021 | 17 Uhr
atelier vagabond
Ulrike Seyboth und Ingo Fröhlich im Gespräch mit Frizzi Krella

Finissage | 5. März 2021 | 18 Uhr
Mit Robyn Schulkowsky (Percussion) & Joey Baron (Schlagzeug)


Die Galerie darf sowohl im Rahmen von Veranstaltungen als auch während der Öffnungszeiten ausschließlich mit Mundnasenschutz betreten werden. Wir bitten Sie, ständig einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Besuchern und dem Galeriepersonal einzuhalten sowie die Nies- und Hustenettikette zu beachten. Sollten Sie sich krank fühlen, nehmen Sie unbedingt von einem Galeriebesuch Abstand.


In einem Kooperationsprojet mit den Musées de Sens, im französischen Burgund, stellt die Guardini Galerie Berlin einen besonderen Dialog zwischen Malerei und Zeichnung vor, unter dem Titel: Ich zeichne die Zeit, du malst den Moment / Je dessine le temps, tu peins l’instant.

Ulrike Seyboth und Ingo Fröhlich lassen sich in der Auseinandersetzung mit Räumen und Orten in ihren Recherchen über Licht, Farbe und Linie auf das Wagnis ein, über die Sprache der Zeichnung und der Malerei gemeinsam die Welt zu erkunden. Sie gehen hierbei unter anderem der Frage nach, wie sich aus einer unmittelbaren Wahrnehmung künstlerische Prozesse entwickeln. Dieses Moment des Entstehens von Kunst birgt das eigentliche Geheimnis in sich.

Ulrike Seyboth untersucht das Malen als einen komplexen Zusammenhang. Vom seismografischen, tagebuchartigen Skizzieren flüchtiger Momente auf Reisen über große Papiere und Collagen bis hin zu großformatigen Ölmalereien auf Leinwand – ihren intensiven Farbmanifesten – liegt die Beobachtung von Licht und Natur zugrunde. Die künstlerische Reflexion dieser Erkundungen, die sie in ihrem Wirklichkeitsbestand reduziert, bildet die metaphorische, formbare Ursubstanz ihrer Bilder und lenkt deren Gestaltbildung und künstlerische Transzendenz. Die Unmittelbarkeit im Umgang mit Farbe interessiert sie dabei ebenso wie die vielgestaltigen Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums, als spontane Setzungen im Nebeneinander oder Schicht auf Schicht über einen langen Zeitraum hinweg gemalt.

Für Ingo Fröhlich ist Zeichnen "eine andere Art von Sprache", so wie es Richard Serra einmal sagte. Das Alphabet der Zeichnung sind der Strich bzw. die Linie als Spur einer Bewegung, der man ansieht, wie sie gezogen wurde: schnell oder langsam, kräftig oder flüchtig. Zeichnen ist die einfachste Form des bildnerischen Ausdrucks: direkt, material-reduziert, universell. Gibt man Serras Aussage Gewicht, ist Zeichnen lernen wie Sprechen lernen; das Ergebnis dieses Sprachlabors ist ein allseitig einsetzbares Ausdrucksvermögen. Die Zeichnungen entstehen in einem rhythmischen Prozess. Strich um Strich, Linie um Linie füllen sie die Fläche, beschreiben Bewegung, Zeit und Zwischenraum.

Die Linie wird zur Spur von Bewegung, zur Aufzeichnung von Zeit und Zeitlichkeit. Ein Wechselspiel mit der Umgebung, ihren Erscheinungen und Formen, ihren Phänomenen und Gesetzmäßigkeiten. Es ist ein seismographisches Abtasten im Zeichnen der Linien zu Lineamenten – und letztendlich in der Übersetzung und Abstrahierung der Linie. Die Aufzeichnung ist gleichsam Partitur.

FILM: Ingo Fröhlich I Linie zum Strich I 2020

Während Ulrike Seyboth in ihren Gemälden über die Geste der Farbe mit der Leinwand in den Dialog tritt, werden ihre Collagen zu kompositorischen Partituren. Aus geschnittenen Fragmenten verworfener Bilder, Kürzel und Überzeichnungen eröffnet sich im Spiel mit Fall und Zufall eine unendliche Vielfalt, schöpfend aus ihrem malerisch zeichnerischen Kosmos. Auch das Weiß des Bildes wird zur Farbe, zu einem Lichtraum, sowie die Leerstelle zu einer Form. Leere ist gleich Fülle und Fülle ist gleich Leere.

FILM: Ulrike Seyboth – #sogehtsauch

Ingo Fröhlich I Linie zum Strich I 2020

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