Veranstaltungen

Internationale Summer School
CHRISTLICHE WURZELN EUROPAS? ROM ALS IDEE

Rom, 22. bis 31. August 2019

Als der Religionsphilosoph und Theologe Romano Guardini 1962 in Brüssel den Erasmuspreis entgegennahm, lautete der bekenntnishafte Titel seiner Festrede "Warum ich Europäer bin". Guardini fand sich abseits nationaler Identität im geistigen Raum Europa beheimatet und schöpfte aus dieser Überzeugung Inspiration für sein Werk. In Kooperation mit der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin nimmt dies die Guardini Stiftung zum Anlass, in einer Reihe von Summer Schools nach dem christlichen Europa und dessen Zukunftsperspektiven zu fragen. Die erste Summer School wird vom 22. bis zum 31. August 2019 in Rom stattfinden, an jenem Ort, der in verschiedenen historischen Zusammenhängen als das christliche Zentrum Europas betrachtet wurde und wird. Zur Bewerbung ingeladen sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (Doktorandinnen und Doktoranden, Post-Docs, Masterstudierende am Ende ihres Studiums) aus allen einschlägigen Disziplinen.

Hier finden Sie den Call for Papers. Bewerbungsfrist abgelaufen.

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2019

Vorlesung: UTOPIE - ZWISCHEN RADIKALER IMMANENZ UND ESCHATOLOGISCHER CHIFFRE

Prof. Dr. Ugo Perone
Dienstag 16-18 Uhr, Theologische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Burgstr. 26, 10178 Berlin, Hörsaal 013

Das, womit sich die Philosophie beschäftigt, ist vielleicht im Grunde ortlos. Ist es also eine Utopie? Und ist sie das im Sinne einer rationalen Transkription des Eschatons oder als eine Radikalisierung der Immanenz?

Die Vorlesung möchte dieser theoretischen Fragestellung nachgehen, unter Rückbezug auf explizite theologische Bezüge, und möchte dabei ein weites philosophiegeschichtliches Spektrum präsentieren: von Platon bis zu den neueren Entwicklungen der Utopie-Thematik bei Ernst Bloch. Darüber hinaus werden auch die berühmten Abhandlungen über den Begriff der Utopia von Thomas Moore in der Zeit der Renaissance im Fokus stehen, aber auch Denker wie Tommaso Campanella und Francis Bacon sollen berücksichtigt werden, ohne dabei die Varianten Kants zu dieser Thematik, u.a. in Bezug auf sein Reich der Zwecke, außer Acht zu lassen.

Seminar: "LES PENSÉES" VON BLAISE PASCAL. EINE MODERNE APOLOGIE DES CHRISTENTUMS

Prof. Dr. Ugo Perone 
Mittwoch, 16-18 Uhr, Theologische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Burgstr. 26, 10178 Berlin, Raum 117

Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) ist stark von den Motiven Descartes’ einer sich selbstbegründeten philosophischen Vernunft beeinflusst und dabei gleichzeitig unzufrieden über die daraus resultierenden religiösen Konsequenzen einer solchen Reduktion. Im Zuge dessen erarbeitet Pascal eine komplexe und vielschichtige Apologie des Christentums, die, obwohl in einer fragmentarischen Form, nichtsdestotrotz eine bewusste Alternative zu Descartes darstellt sowie einen Vorschlag für einen modernen Weg zur Religion, der auch für uns heute nichts von seiner philosophischen und theologischen Relevanz verloren hat.

Übung: STADT UND RELGION - EINE INTERDISZIPLINÄRE ANNÄHERUNG

Dr. Silvia Richter
Montag, 18-20 Uhr, Theologische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Burgstr. 26, 10178 Berlin, Hörsaal 013

Schon in weniger als einer Generation werden 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die daraus resultierende Nähe einer Vielzahl von unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen wird neue Anforderungen an die Gesellschaft herantragen, die auch Konsequenzen für die Religionen haben werden. Das Seminar versucht, vor diesem Hintergrund einen Querschnitt der Vielgestaltigkeit des sozialen und religiösen Lebens in den Städten in historischer und aktueller Perspektive aufzuzeigen, jeweils verbunden mit Architektur und Stadtplanung.

Die Veranstaltung ist begleitend konzipiert zur Ringvorlesung "Religion in urbanen Lebenswelten".

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20

Vorlesung: DIE ETHIK KOMMT IMMER ZU SPÄT. MODELLE EINER PHILOSOPHISCHEN ETHIK UND IHRE BEDEUTUNG

Prof. Dr. Ugo Perone
Dienstag 16-18 Uhr

"… ob wir nicht von der Moral zum Narren gehalten werden", fragt sich Emmanuel Lévinas gleich im ersten Satz seines Hauptwerks Totalität und Unendlichkeit – schließlich befindet sich die Welt (damals wie heute) im Kriegszustand und die Ethik kommt immer zu spät, um diesen Konflikten vorzubeugen. Dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) haben ethische Modelle in der Philosophie bis heute Konjunktur und nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Ein besonderer Fokus soll in der Vorlesung gelegt werden auf die unterschiedlichen religiösen Weltsichten, die hinter den philosophischen Positionen stehen. Vor diesem Hintergrund sollen ethische Konzepte von der Antike bis zu modernen Denkern behandelt werden, u.a. Aristoteles, Kant, Scheler und Lévinas.           

Seminar: EINFÜHRUNG IN DAS VERFASSEN EINES PHILOSOPHISCHEN TEXTES

Prof. Dr. Ugo Perone 
Mittwoch, 16-18 Uhr

Der Kurs möchte gemeinsam mit den Studierenden den Aufbau und die Struktur philosophischer Texte analysieren, um die jeweiligen Unterschiede und Besonderheiten herauszuarbeiten. Dies soll anhand unterschiedlicher Textauszüge geschehen: u. a. Descartes’ zweite der Meditationes, dem ersten Teil des Vorworts zur Phänomenologie des Geistes von Hegel, dem ersten Teil von Schillers Über naive und sentimentalische Dichtung, Marx’ Thesen über Feuerbach, Benjamins Geschichtsphilosophische Thesen.

Im Anschluss daran sollen die Studierenden selbst einen kurzen philosophischen Aufsatz verfassen, zunächst in Form einer Reflexion und Diskussion eines klassischen philosophischen Textes sowie, daran anknüpfend, in Form einer selbstständigen Ausarbeitung eines eigenen philosophischen Textes.

Übung/Seminar: "WAHRHEIT GIBT ES NUR ZU ZWEIEN" - INTERKULTURELLER AUSTAUSCH ZWISCHEN JUDEN, CHRISTEN UND MUSLIMEN VOM 18. JAHRHUNDERT BIS HEUTE

Dr. Silvia Richter
Donnerstag, 14-16 Uhr

"Wahrheit gibt es nur zu zweien", schreibt Hannah Arendt an ihren Ehemann Heinrich Blücher. Das Seminar möchte dies zum Ausgangspunkt nehmen, um unterschiedliche Konstellationen des interkulturellen Austauschs zwischen Juden, Christen und Muslimen vom 18. Jh. bis heute zu beleuchten. Unter anderem die Freundschaft zwischen Moses Mendelssohn und Lessing, der Austausch zwischen Juden und Christen in den Salons des 18./19 Jh.s (Rahel Varnhagen und Wilhelm von Humboldt, Henriette Herz und Friedrich Schleiermacher), der Briefwechsel von Franz Rosenzweig mit Margrit Huessy und Eugen Rosenstock, Martin Bubers Austausch mit Hans Urs von Balthasar, Hannah Arendts Briefwechsel mit Karl Jaspers, bis hin zu den heutigen Modellen des interkulturellen Gesprächs, wie sie u. a. im Berliner Projekt des House of One ihren Niederschlag finden. 

 

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