»Scenerie und Naturobjekt«

Antarktisfotografien
von Hans-Christian Schink
und der Valdivia-Expedition 1898-99

Lutz Friedel
Et in Arcadia ego
Ein Totentanz

maler flr

Lutz Friedel, Tod und Maler, 2010, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm

Ausstellungseröffnung Mehr

14. Februar 2012, 19 Uhr

Einführung

Matthias Flügge

Dauer der Ausstellung

15. Februar - 13. April 2012

„Et in arcadia ego" ist ein barocker Topos, er weist auf Arkadien, das Sehnsuchtsland, in dem die Menschen frei und friedlich, den schönen Dingen hingegeben leben können und zugleich darauf, dass der Tod auch im Goldenen Zeitalter sein Werk ungerührt verrichtet. „Auch in Arkadien gibt es mich", so spricht der Tod. Lutz Friedel hat den Titel für seine Totentänze nicht gewählt, weil er meinte, wir lebten in einem Goldenen Zeitalter, sondern weil er auf sein eigenes Arkadien anspielt: „Auch ich bin in Arkadien", dem der lange totgesagten Malerei.

Was eher beiläufig begann, verdichtete sich in Friedels Arbeit über die Jahre zu einem veritablen Werkkomplex. Seine Lust an der zeitgenössischen Interpretation kunsthistorischer Motive ist von jeher notorisch, doch hier haben wir es gewissermaßen mit einer Obsession zu tun. Mehr als dreihundert meist kleinformatige Malereien transponieren das Motiv in so gut wie alle Bereiche des sogenannten modernen Lebens, kaum einer bleibt verschont vom Tänzchen mit dem Gevatter. Da geht es mal sarkastisch zu, mal dramatisch, mal ganz „natürlich", gar auch anekdotisch und dann wieder lyrisch oder besser: poetisch. Immer aber äußerst malerisch. Friedels Totentänze sind in höchstem Maße mehrdeutig, wechseln zwischen Groteske und Requiem, anders ist dem mittelalterlichen Motiv heute wohl auch nicht beizukommen.

Immer sind Lutz Friedels Bilder über den Tod, der in jede vermeintliche Sicherheit menschlicher Existenz einbricht, auch Auseinandersetzungen mit sich selbst und seinem Metier. Und sie sind, was sie oftmals schon im Mittelalter waren: lustvoll säkulare Abrechnungen mit den Verlogenheiten gegenwärtiger Kultur.

Presseinformation (533 KB) mit Biographie des Künstlers

Parallel erschien im Hirmer Verlag das Buch: Lutz Friedel: Et in Arcadia ego. Ein Totentanz, ISBN 978-3-7774-4271-6.


Bildauswahl

Die Verwendung der Abbildungen ist nur im Rahmen der Berichterstattung zur Ausstellung "LUTZ FRIEDEL. Et in Arcadia ego. Ein Totentanz" in der Guardini Galerie gestattet.

Clown

Lutz Friedel
Der Tod und der Clown, 2010
Öl / Lw., 40 x 30 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

 

Mae

Lutz Friedel
Der Tod und der Maler, 2010
Öl / Lw., 40 x 30 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

 

pauke

Lutz Friedel
Der Tod mit der Pauke, 2010
Öl / Lw., 40 x 20 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

 

hirte

Lutz Friedel
Der Tod und der gute Hirte, 2010
Öl / Lw., 40 x 30 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

 

raucher

Lutz Friedel
Der Tod und der Raucher, 2010
Öl / Sperrholz, 40 x 30 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

 

fliegen

Lutz Friedel
Der Tod und die Fliegen, 2010
Öl / Sperrholz, 40 x 30 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012