Veranstaltungen

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/19

Vorlesung: FORMEN DER WAHRHEIT 

Dienstag 16-18 Uhr, Hörsaal 013, Prof. Dr. Ugo Perone

Das Thema der Wahrheit stand seit jeher im Mittelpunkt der Philosophie. Man könnte sogar sagen, dass die Philosophie das Konzept der Wahrheit zu einem Werkzeug ihrer Forschung gemacht hat. Aber was ist die Wahrheit? Man kann eine skeptische Version von ihr geben, die man sich als unerreichbar vorstellt (wie Pilatus’ Ausdruck – Was ist Wahrheit? – im Johannesevangelium vermuten lässt), man kann sie auf eine Tatsache reduzieren (wie in der ironischen Antwort von Jesus an Pilatus im Roman von Bulgakow: Die Wahrheit ist, dass du Kopfschmerzen hast), man kann sie auch mit einer Meinung gleichsetzen oder als Interpretation betrachten, d. h. als Option, sich einen möglichen Sinn vorzustellen.

Diese und andere Formen der Wahrheit sollen im Kurs thematisiert werden. Dabei soll versucht werden, die Konsistenz dieser verschiedenen Formen durch die Darstellung der wichtigsten philosophischen Formulierungen (von Platon bis Aristoteles, vom Positivismus zum Pragmatismus, von Heidegger zum Existenzialismus und zur Hermeneutik) zu erproben.

Seminar: PHILOSOPHISCHE PERSPEKTIVEN AUF DIE "ETHIK" DIETRICH BONHOEFFERS 

Mittwoch, 14-16 Uhr, Raum 117, Prof. Dr. Ugo Perone 

Das 1949 posthum herausgegebene Werk "Ethik" des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) zählt bis heute zu seinen einflussreichsten Schriften. In ihr setzt sich Bonhoeffer mit unterschiedlichen Philosophen auseinander (Nietzsche, Feuerbach, Hegel, Scheler, u.a.) und versucht, Aspekte ihres Denkens für seinen Ansatz des Ethischen fruchtbar zu machen. Im Seminar widmen wir uns dabei insbesondere folgende Fragestellungen: Was ist das Gute und in welchem Verhältnis steht es mit der Wirklichkeit? Was bedeutet verantwortlich handeln? Was ist das Letzte, was das Vorletzte für die Menschen? Was bedeutet in einer philosophisch-ethischen Perspektive "Fülle des Lebens"?

Übung: DER RELIGIONSPHILOSOPH FRANZ ROSENZWEIG - DENKER DER JÜDISCHEN MODERNE 

Donnerstag, 14-16 Uhr, Hörsaal 013, Dr. Silvia Richter

"Ich bleibe also Jude.", mit diesen Worten schrieb der Religionsphilosoph Franz Rosenzweig (1886-1929) lakonisch seine Absage zur Konversion an seinen Vetter Rudolf Ehrenberg, der sein Taufpate hätte sein sollen. Bereits an der Schwelle zum Christentum entschied er sich 1913 für sein Bekenntnis zum Judentum und traf damit eine Entscheidung, die wegweisend für seinen ganzen weiteren Denk- und Lebensweg war.

Der Kurs versteht sich als Einführung in Rosenzweigs Werk, Vorkenntnisse in jüdischer Philosophie sind nicht erforderlich. Vielmehr soll uns das Leben Rosenzweigs selbst als Leitfaden dienen anhand dessen die zentralen Stadien der Entfaltung seines Denkens dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Renaissance jüdischen Denkens in einem christlichen Umfeld, der Beginn des christlich-jüdischen Dialogs, Rosenzweigs Konzeption eines "Neuen Denkens" und dessen philosophisch-geistesgeschichtlichen Bezüge (von seiner kritischen Analyse der politischen Philosophie Hegels bis zu seinem religionsphilosophischen Hauptwerk "Der Stern der Erlösung", 1921) sowie seine gemeinsam mit Martin Buber unternommene Übersetzung der Bibel ins Deutsche.

 

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren